# Internet of Things – Outside-In Services als Hebel für ein digitales Ecosystem in der Schweiz.
Die Verbreitung des Internets der Dinge (IoT) erfasst ein immer grösseres Spektrum von Unternehmenstätigkeiten und Branchen. Wenn ‚smarte‘ Objekte vernetzt werden und Daten teilen, eröffnen sich ungeahnte Anwendungsszenarien. Cisco schätzt das globale Marktpotential von IoT bis 2022 auf 14.4 Billionen US Dollar. Zum Vergleich – das gesamte BIP der USA lag 2014 nur mit gut 17 Billionen nur unwesentlich darüber. Die erste Welle des Outernets wurde technologisch weitgehend von Firmen & akademischen Institutionen aus dem Silicon Valley dominiert. Mit der fortschreitenden Kommerzialisierung gewinnen regionale IoT Service Cluster aber massiv an Bedeutung – auch in der Schweiz. Damit rücken nach der Technologie plötzlich andere Aspekte in den Vordergrund: Wie lässt sich mit dem Internet der Dinge Geld verdienen? Welche Geschäftsmodelle versprechen Win-Win Situationen für Anbieter und Kunden? Und – last but not least – wie orchestriert man das alles in einem digitalen Ecosystem?
Von intelligenten Prozessen zu Nutzererlebnissen im Ökosystem
Die Vernetzung von physischen und virtuellen Dingen wurde in vielen Branchen schon früh als Hebel für Kosteneinsparungen (z.B. durch proaktive Wartungskonzepte) identifiziert. Mittlerweile richtet sich der Fokus immer stärker auch auf kundennahe Smart Services und deren Orchestrierung in einem offenen Ecosystem. Während IoT beinahe schleichend Einzug in verschiedenste Gebiete unseres Lebens und auch in der Industrie hielt, finden die heutigen Anwendungsmöglichkeiten auch in der breiten Öffentlichkeit starke Beachtung. Besonders dynamisch entwickeln sich die beiden Kategorien Interaktion und Datenaustausch (Nutzen- und Prozessorientierung) sowie Datenverwertung (Business-Orientierung). In letzterer geht es um die Sammlung und Verwertung der Daten für Vorhersagen aufgrund von Trends oder auch von Verhaltensmustern. Diese Informationen erlauben die gezielte Outside-in Ansprache von neuartigen Kundenbedürfnissen. Beispiel: Ein Aufzug fährt automatisch runter, wenn eine Bewohnerin mit Kinderwagen sich nähert und befördert sie dann direkt zur richtigen Stockwerk hoch. Während der Fahrt erscheinen auf dem Display interessante Angebote vom Lebensmittelladen in der Nähe und die Lieblingsmusik wird dezent im Hintergrund abgespielt. Der Lift lernt die Gewohnheiten des Nutzers und kann aus Kalendereinträgen interpretieren, was die Intention des Liftnutzers sein könnte: Direkt in die Tiefgarage fahren, im 1.OG den Jungspund in der Krippe abliefern oder doch für eine Jogging-Runde im EG anhalten. Abhängig vom Trainingsziel hält der Aufzug ein oder zwei Stockwerke vorher an.
Schlüsselfaktoren für die Verbreitung von IoT
Für den zunehmenden Einsatz von IoT sind nebst der Verbreitung des Internets noch weitere Faktoren verantwortlich: Die Kosten von Sensoren, die Verbreitung des Breitbandinternets und WiFi die Prozessorkosten, IPv6 Technologie, Big Data sowie die Konsumentennachfrage nach Produkten wie zum Beispiel Gesundheits-, Sicherheit- oder Energiesparprodukte. Der Mensch als Nutzniesser, aber eben auch als Schöpfer spielt dabei die entscheidende Rolle. Es gilt Wissen, Erfahrungen, Bedürfnisse und eine Prise Magie so zu bündeln, damit der Umgang mit IoT nicht nur Kosten reduziert sondern Sinn stiftet und Inspiration vermittelt. Die Allgegenwärtigkeit und die intuitive Bedienung von Touch-Smartphones geben einen realistischen Massstab vor.
„Auch ein IoT User Interface ist wie ein Witz – muss man es erklären, ist es schlicht nicht gut.“
Während der kommerzielle Erfolg von Smartphones fast ausschliesslich bei Apple (92% der globalen Profite) und etwas weniger bei Samsung (15% der globalen Profite) duopolisiert ist, zeichnet sich beim Internet der Dinge ein eher heterogenes Bild ab. Dieser (begrüssenswerte) Umstand ist vor allem der Offenheit des IoT Ecosystems geschuldet.
Das IoT Ecosystem – Von smarten Prozessen zu Smart Business
Beim Einsatz von IoT spielen für viele Organisationen vordergründig die Faktoren Konnektivität sowie die Produktivitäts- und Effizienzsteigerung eine zentrale Rolle. Ein weiterer und wesentlicher Nutzen von IoT ist die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Ermöglichung neuer Geschäftsmodelle, der Schaffung von neuen Produkten und Dienstleistungen, der Partizipation in neuen Märkten und der Gewinnung von neuen Kunden. IoT liefert wertvolle Kundendaten, um durch die Analyse den Kunden noch besser zu verstehen, das Angebot weiter zu optimieren und die Kundenbindung zu steigern. Das gelingt am besten dem, der die IoT Welt als Ökosystem mit all ihren Komponenten gesamtheitlich betrachtet:
- Akteure (Players/Horizontals)
Kommerzielle Players in der „on- und offline“ Welt, Regierung und Versorgung, Forschung und Entwicklung, usw.
- Marktsegmente (Verticals)
eHealth, Smart Transportation, Smart City, Smart Building (z.B. Aufzüge) Energie / Smart Grid, usw.
- IoT Bausteine/Komponenten (Hard- und Software)
Sensoren, Aktuatoren, Smart Devices, Mikroprozessoren, usw.
- IoT Service Anbieter
Konnektivität- und Geräte-Management Plattformen, Daten Management Plattformen, Sicherheitsmanagement Plattformen, usw.
- IoT Anwendungsgebiete
Einsatzbereiche wie in Connected Home, Industrie (4.0), Retail, Smart Mobility usw. Die Gliederung ist in einzelnen Bereichen bestimmt nicht abschliessend, wie z.B. im Bereich der Sicherheit oder Analytics, weil mit der zunehmenden Verbreitung weitere Verästelungen zu rechnen ist.
- Intelligente Produkte
Intelligente Produkte wie Parksensoren, intelligente Fahrradschlösser oder Smart Meter (intelligente Stromzähler), die aus Modulen bestehen und eine bestimmte oder mehrere Aufgabe(n) erfüllen. Die vernetzten Objekte werden in Segmenten wie Smart City, Energie, Konsumgüter, eHealth usw. eingesetzt und umfassen ein weites Anwendungsspektrum.
Die geschickte Kombination der verschiedenen Komponenten und Disziplinen sind die Basis für teilweise neuartige vielversprechende IoT Geschäftsmodelle, wie
Physical Freemium
Object Self Service
Digital Add-on
Remote Usage and Monitoring
Digital Lock-in
Sensor as a Service
Products as Point of Sales
Etc.
Die Tür zum Internet der Dinge steht fast allen Branchen und Unternehmen offen. Aber nur Menschen mit Mut und Offenheit wird es gelingen, sie ganz weit aufzustossen und prägendes Element in diesem grossartigen offenen Ökosystems zu werden. Stop thinking – start doing.



