Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt, doch nicht alle Berufe sind gleichermaßen betroffen. Laut dem aktuellen KI-Job-Ranking auf 'There is an AI for that' werden CEOs angeblich mit einem hohen Automatisierungspotenzial bewertet, während der Job eines Maskottchens fast unberührt bleibt. Doch wie aussagekräftig sind solche KI-Analysen, die Berufe nach ihrem Automatisierungspotenzial bewerten?

Dieser Artikel beleuchtet nicht nur die Chancen und Risiken der KI, sondern hinterfragt auch die Fragwürdigkeit solcher Analysen – und zeigt, warum Bildung und Kompetenz wichtiger denn je sind. Gleichzeitig möchte ich die Sorge von Unternehmen adressieren: Die Einführung von KI bedeutet nicht zwangsläufig, dass Stellen abgebaut werden müssen.


CEO vs. Maskottchen: Wie unterschiedlich Berufe von KI beeinflusst werden

KI-Job-Ranking: CEOs vs. Maskottchen

Auf der Webseite There’s an AI for That finden sich spannende Analysen über den Einfluss von KI auf verschiedene Berufe. Ein besonders interessanter Vergleich:

  • Der Job eines Maskottchens, einer lebenden Figur, die für Entertainment sorgt, hat einen AI Impact von nur 2 %, umfasst jedoch erstaunliche 503 Aufgaben.
  • Im Gegensatz und erstaunlich dazu wird der Job eines CEOs mit einem AI Impact von 91 % und 153 Aufgaben als stark automatisierbar bewertet.

Mich persönlich hat es sehr erstaunt, dass der CEO auf der Top-10-Liste auftaucht. Als ehemaliger Managing Director von Digital Republic AG könnte ich mir nicht vorstellen, dass AI 91 % meiner Aufgaben übernehmen könnte.

Solche Aussagen, egal in welchen Publikationen darüber angstmacherisch geschrieben oder online gestellt wird, müssen mit Vorsicht betrachtet werden. Es bleibt fraglich, ob die angeführten Aufgaben eines CEOs tatsächlich vollständig sind. Sollte die Liste unvollständig sein oder wichtige nicht-automatisierbare Aufgaben ausklammern, könnten die Ergebnisse verzerrt sein. Wenn ein CEO in Wirklichkeit viel mehr Aufgaben hätte, die von KI nicht übernommen werden können, wäre der tatsächliche AI Impact deutlich geringer.

Zudem wird auf der Seite von There’s an AI for That aufgeführt, wie viele KI-Lösungen pro Aufgabe eines CEOs zur Verfügung stehen. Für alle 153 Aufgaben stehen unterschiedliche KI-Lösungen bereit. Es hat mich sehr erstaunt, dass es so stark fragmentiert ist und es eigentlich unmöglich macht, den CEO zu ersetzen. Die Nutzung von so vielen Tools kann den Arbeitsprozess eher verlangsamen, anstatt ihn zu vereinfachen, wenn keine klaren Schnittstellen und Workflows existieren.

Orchestrierung bleibt menschlich: Ein CEO übernimmt nicht nur Aufgaben, sondern orchestriert das Zusammenspiel von Strategien, Entscheidungen und Teams. Selbst die besten KI-Lösungen können zwar unterstützen, aber die Verantwortung, Prioritäten zu setzen, bleibt in menschlicher Hand.

Effizienzsteigerung durch KI: Das bedeutet jedoch nicht, dass KI ineffizient ist – ganz im Gegenteil. Noch nie war es möglich, Tools einzusetzen, die so gezielt einzelne Aufgaben automatisieren und Freiraum für strategisches Denken schaffen. Es geht darum, KI als Mittel zur Effizienzsteigerung zu nutzen, nicht als Ersatz für die menschliche Führungskraft.

Dieser Vergleich zeigt, wie wichtig es ist, solche Analysen kritisch zu hinterfragen. KI mag in der Lage sein, viele Aufgaben zu unterstützen, aber die strategische Führung, Entscheidungsfindung und menschliche Kompetenz eines CEOs (oder eines Maskottchen) bleiben unersetzlich. Dies gilt nach meiner Meinung adäquat auch für andere Berufe.


Wissen vs. Kompetenz: Warum Bildung weiterhin relevant bleibt

Ein zentraler Punkt vieler Diskussionerer Schutz gilt.

Diese Aussage ist auf den ersten Blick alarmierend, doch sie greift zu kurz. Wissen allein ist tatsächlich nicht mehr ausreichend – aber es braucht mehr als KI, um echte Kompetenz zu ersetzen

Wie die Universität Freiburg in ihrer Analyse zeigt, besteht Kompetenz aus einer dynamischen Kombination von Wissen, Verständnis, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Während KI explizites Wissen schnell und effizient bereitstellen kann, bleibt der Mensch unverzichtbar, wenn es darum geht, dieses Wissen sinnvoll anzuwenden, in komplexen Kontexten zu handeln und Verantwortung zu übernehmen.

Die Aussage, dass ein Hochschulabschluss keinen Schutz mehr bietet, sollte daher differenziert betrachtet werden:

  1. Wissen allein schützt nicht: Die Fähigkeit, KI-Werkzeuge wie Prompt-Design zu nutzen, reicht nicht aus, um echte Kompetenz zu beweisen.
  2. Kompetenz ist entscheidend: Kompetenz zeigt sich in der Performanz – also in der Fähigkeit, nicht nur Ziele zu erreichen, sondern auch unvorhergesehene Probleme zu lösen und kreative Lösungen zu entwickeln.
  3. Hochschulbildung bleibt relevant: Sie vermittelt nicht nur Wissen, sondern schult auch kritisches Denken, ethische Reflexion und die Fähigkeit, in komplexen Situationen angemessen zu handeln.

„Ein akademischer Abschluss mag nicht mehr der alleinige Schutz vor Automatisierung sein, doch er bleibt relevant. KI liefert Wissen, aber echte Kompetenz entsteht durch die Fähigkeit, dieses Wissen in den richtigen Kontext zu setzen – eine Fähigkeit, die nur Menschen besitzen.“

Die Aussage der NZZ, worin sie sich auf die McKinsey-Publikation beziehen, dass Hochschulbildung keinen Schutz mehr bietet, ist daher nur dann sinnvoll, wenn sie ergänzt wird durch die Erkenntnis, dass Bildung mehr als Wissen ist. Sie bleibt essenziell, um echte Kompetenz zu entwickeln, die über das hinausgeht, was KI leisten kann. Ohne qualifizierte Hochschulabgänger kann McKinsey auch einpacken.


Die Netflixification der Gesellschaft: Warum KI unverzichtbar wird

Mit jeder technologischen Revolution verschwinden Tätigkeiten, aber die Arbeit bleibt. Der Beruf des Schreibmaschinenmechanikers ist längst obsolet, doch daraus entstanden neue Berufsfelder im Computerzeitalter. Ähnlich sehen wir heute, dass KI repetitive Aufgaben automatisiert, aber gleichzeitig neue Jobs in den Bereichen Datenanalyse, KI-Entwicklung, Wartung von KI-Systemen und ethische Beratung schafft.

Ein Phänomen, das wir immer stärker beobachten, ist die Netflixification der Gesellschaft: Menschen erwarten, dass Dienstleistungen jederzeit, überall und über alle Plattformen verfügbar sind. Ob es darum geht, per App ein Taxi zu bestellen, einen Tisch im Restaurant zu reservieren oder einen Kundenservice zu kontaktieren – Flexibilität und Einfachheit sind entscheidend.

Ein Beispiel aus dem Kundenservice: Immer mehr Menschen bevorzugen asynchrone Kommunikation wie Chatnachrichten statt Telefonate oder E-Mails. Unser Kundendienst-Bot ergänzt bestehende Kanäle, um diesen neuen Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne den direkten Kontakt vollständig zu ersetzen. So schaffen wir bei Connect AI einen zusätzlichen Kommunikationskanal, der gleichzeitig Entlastung für Mitarbeitende bietet.

Unsere KI-Lösungen bei Connect AI sind genau darauf ausgelegt, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Mit Employee GPTs und spezialisierten AI-Agents bieten wir Unternehmen Werkzeuge, die nicht nur effizient sind, sondern auch den veränderten Bedürfnissen der Kunden entsprechen.


Fazit: KI als Werkzeug, nicht als Ersatz

Der Einsatz von KI verändert die Arbeitswelt, doch er eröffnet auch Chancen. Statt Angst vor Stellenabbau sollte der Fokus darauf liegen, KI als unterstützendes Werkzeug zu verstehen – ein Werkzeug, das Aufgaben erleichtert, ohne den Menschen zu ersetzen.

Unsere Lösungen bei Connect AI zeigen, wie Unternehmen die Macht der KI nutzen können, um effizienter zu arbeiten und gleichzeitig den menschlichen Faktor zu bewahren. KI ist nicht der Ersatz für Menschen, sondern ihr stärkster Verbündeter in einer zunehmend digitalen Welt.